In Baden-Württemberg gibt es viele schöne Burgen und Schlösser. Einige davon möchten wir euch nach und nach Vorstellen. Vieleicht dient es euch  als Anregung für einen Tagesausflug oder einen Wochenendurlaub. 

Burg Rötteln

Burg Rötteln ist eine der bedeutendsten Burgruinen im Südwesten Deutschlands: die Spornburg oberhalb von Lörrach‑Haagen wurde spätestens 1259erstmals urkundlich erwähnt, geht auf das Adelsgeschlecht der Herren von Rötteln zurück und zeigt mit ihrem um 45° gedrehten Bergfriedund dem Buckelquader‑Mauerwerk typische Entwicklungsstufen mittelalterlicher Wehrbaukunst.


Überblick

  • Lage:Auf einem Bergsporn bei Lörrach‑Haagen, nahe der Schweizer Grenze im Dreiländereck.

  • Typ:Höhenburg / Spornburg; heute Ruine, teils konserviert



Erbauer und die Herren von Rötteln

Die Burg geht auf das lokale Adelsgeschlecht der Herren von Röttelnzurück; der erste namentlich belegte Vertreter ist Dietrich von Rötteln (1103), der als Begründer des Geschlechts gilt. Die Anlage selbst wird 1259erstmals in einer Urkunde erwähnt, dürfte aber bereits im 11./12. Jahrhundert entstanden sein.


Historische Entwicklung

  • Mittelalter:Die Herren von Rötteln etablierten sich regional und stellten auch geistliche Würdenträger in Basel; durch Heiraten und Erbschaften kam die Burg im frühen 14. Jahrhundert an die Markgrafen von Hachberg‑Sausenberg(um 1315–1316), die Rötteln zum Zentrum ihrer Herrschaft ausbauten.

  • Frühe Neuzeit:1503 fiel die Burg an die badische Hauptlinie; Rötteln diente nun als Verwaltungs- und Gerichtssitz des Markgräflerlandes.

  • Zerstörung:Im Jahr 1678wurde die Burg im Holländischen Krieg von französischen Truppen zerstört; seitdem verfiel sie zur Ruine, wurde aber ab dem 19. Jahrhundert konserviert.


Architektur und bauliche Besonderheiten

  • Gesamtanlage:Typische Zweiteilung in Oberburgund Unterburgmit starken Ringmauern und Zwingeranlagen; Lage auf einem steil abfallenden Sporn machte die Burg schwer angreifbar.

  • Bergfried:Besonders auffällig ist der um etwa 45° gegen die Längsachse gedrehte Bergfried, ein seltenes Merkmal, das sowohl symbolische als auch defensiv‑praktische Gründe haben kann.

  • Mauerwerk:Verwendung von Buckelquadernin Teilen des Mauerwerks weist auf hochmittelalterliche Bauweise hin.

  • Ausbauphasen:Vom ursprünglich hochmittelalterlichen Wehrbau entwickelten die Markgrafen die Burg zu einer befestigten Residenz mit Verwaltungsbauten (Landschreiberei, Wohntrakte) im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit.


Bedeutung und Erhalt

Burg Röttelnist die drittgrößte Burgruine Badens und ein zentrales Denkmal des Markgräflerlandes; seit dem 19. Jahrhundert laufen Konservierungsmaßnahmen, und lokale Vereine pflegen die Anlage und machen sie als Ausflugsziel und Kulturort zugänglich.


Die Burgruine Rötteln bei Lörrach bietet Museum, Biergarten, Führungen, einen Grillplatz, regelmäßige Burgfestspiele sowie zahlreiche Wander‑ und Radwege (u. a. Gravel‑Touren) in der Umgebung.Für Gruppen sind Themen‑ und Gruppenführungen sowie standesamtliche Trauungen möglich.


Aktivitäten direkt an der Burg

  • Museum in der Burg: Die Anlage beherbergt ein kleines Museum zur Landes‑ und Burggeschichte; Besuche sind Teil vieler Führungen. (Museum, Führungen).

  • Biergarten und Gastronomie: In der Unterburg gibt es einen Biergarten / Gastronomiebetrieb, ideal für eine Rast nach dem Aufstieg.

  • Grillplatz: Direkt hinter der Burg ist ein gepflegter Grillplatzfür Familien und Gruppen vorhanden.

  • Führungen & Themenführungen: Regelmäßige Burgführungenund spezielle Themenführungen (z. B. für Schulklassen oder historische Führungen) werden angeboten; Gruppenführungen sind nach Absprache möglich.


Outdoor‑Angebote rund um die Burg

  • Wandern: Zahlreiche Wanderwege führen zur Burg und durch das Markgräflerland; die Lage auf dem Bergsporn bietet Panoramablickeüber das Wiesental und die Alpen.

  • Rad- und Gravel‑Touren: Die Region ist beliebt bei Gravel‑ und Mountainbike‑Fahrern; es gibt ausgewiesene Gravel‑Routen, die Burg Rötteln als Zielpunkt einschließen.

  • Natur & Fotografie: Die Ruine, das Buckelquader‑Mauerwerk und der gedrehte Bergfried sind beliebte Motive für Fotografen und Landschaftsbegeisterte.


Veranstaltungen & Kultur

  • Burgfestspiele / Sommerveranstaltungen: In den Sommermonaten finden auf und um die Burg regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und Festspiele statt. (Saisonabhängig; Termine variieren).

  • Vereinsarbeit & Engagement: Der Röttelnbund e. V. Haagenpflegt die Ruine seit 1926 und organisiert Führungen, Veranstaltungen und Erhaltungsmaßnahmen.


Praktische Hinweise & Tipps

  • Öffnungszeiten / Führungen:Führungen und manche Angebote sind saison‑ und wetterabhängig; für Gruppen empfiehlt sich Voranmeldung.

  • Ausrüstung:Für Wanderungen festes Schuhwerk; bei Radtouren ein geeignetes Fahrrad und Reparaturset mitnehmen.

  • Barrierefreiheit:Als historische Ruine sind nicht alle Bereiche barrierefrei zugänglich; Informiere dich vorab bei Veranstaltern.

Schloss Karlsruhe

Das Schloss Karlsruhewurde 1715 als Residenz des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden‑Durlachgegründet, prägt als barocke Stadtanlage die Stadtmitte und beherbergt heute das Badische Landesmuseum; es ist ein bedeutendes Zeugnis badischer Herrschafts‑ und Baugeschichte sowie ein beliebter Ausgangspunkt für Führungen, Spaziergänge und kulturelle Freizeitangebote.



Gründung und geschichtliche Bedeutung

Das Schloss entstand 1715 auf Initiative von Markgraf Karl Wilhelm, der seine Residenz in einem neu angelegten radialen Stadtgrundriss („Karlsruhe — die Stadt, die aus dem Schloss wächst“) zentrieren ließ. Mit der Anlage des Schlosses begann die planmäßige Stadtgründung, wodurch das Bauwerk nicht nur Residenz, sondern auch städtebauliches Leitbild und politisches Symbol der Markgrafschaft.


Architektur und Baugestalt

Das ursprüngliche Schloss ist eine barocke Dreiflügelanlagemit einem dominierenden Mittelturm; die Anlage verbindet repräsentative Innenräume mit langen Seitenflügeln und einem Ehrenhof. Die erste Fassung enthielt noch zahlreiche Holzelemente, die im 18. Jahrhundert durch steinere Konstruktionen ersetzt und architektonisch überarbeitet wurden. Typisch sind die symmetrische Gliederung, Mansarddächer und die Betonung des zentralen Corps de Logis.


Erbauer, Baumeister und Umbauten

Als Bauherr gilt Karl III. Wilhelm (Karl Wilhelm); der erste Baumeister war Jakob Friedrich von Batzendorf. Bereits im 18. Jahrhundert kam es zu umfangreichen Sanierungen und Umbaumaßnahmen, insbesondere unter Karl Friedrich, der Fenster, Türen und Pavillons anpassen ließ und das Schloss schrittweise zu einer repräsentativeren Residenz ausbaute. Im 19. und 20. Jahrhundert führten weitere Restaurierungen und Wiederaufbauten (auch nach Kriegsschäden) zur heutigen Gestalt.


Nutzung heute und Führungen

Heute ist das Schloss Sitz des Badischen Landesmuseums, das Sammlungen von der Urgeschichte bis zur Gegenwart zeigt; Teile des Schlosses werden für Ausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogische Programme genutzt. Regelmäßige öffentliche Führungenerläutern Baugeschichte, Sammlungspräsentation und die Rolle des Schlosses in der Stadtentwicklung; Sonderführungen und thematische Rundgänge werden vom Museum angeboten.


Wandern, Parkanlagen und Freizeitmöglichkeiten

Der Schlossbezirk mit dem angrenzenden Schlossgartenlädt zu Spaziergängen und kurzen Wanderungenin der Stadt ein; markierte Wege, Promenaden und Grünflächen bieten Erholung und Blickachsen zum Schloss. In der näheren Umgebung finden sich kulturelle Angebote, Cafés, Veranstaltungen auf dem Schlossplatz sowie Rad‑ und Fußwege, die in städtische Grünräume und an den Rhein führen — ideal für kombinierte Kultur‑ und Freizeittage.


Fazit

Das Schloss Karlsruhe ist architektonisches Zentrum, historisches Symbolund kultureller Nutzungsortzugleich: seine barocke Anlage, die wechselvolle Baugeschichte und die heutige Museumsfunktion machen es zu einem unverzichtbaren Ziel für Geschichtsinteressierte, Architekturfreunde und Freizeitsuchende

Schloss Montfort Langenargen

Schloss Montfort ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Langenargen am Bodensee. Die heute sichtbare Anlage steht auf einer Landzunge bzw. Halbinsel und ersetzt die ältere Burg Argen, die an dieser Stelle seit dem Hochmittelalter nachweisbar war.


Das Schloss Montfort ist heute ein multifunktionales Wahrzeichen von Langenargen: Denkmal, Gastronomie- und Veranstaltungsstandort sowie Teil laufender Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen


Geschichte

Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins 14. Jahrhundert, als Graf Wilhelm von Montfort die Veste Argen errichten ließ; die Burg wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut, verstärkt und im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. Im 18. Jahrhundert erfolgten barocke Umgestaltungen mit Schlossgarten und Orangerie, später verfiel die Anlage zusehends und diente phasenweise sogar als SteinbruchSchlösser. Burgen. Ruinen.. Nachdem das Gebiet württembergisch geworden war, erwarb König Wilhelm I. von Württemberg die Ruine; 1861 ließ man die Überreste der alten Burg abbrechen, und in den 1860er Jahren entstand an derselben Stelle ein neugestaltetes Schloss im damals populären maurischen bzw. orientalisierenden Stil.


Architektur und Baustil

Das heutige Schloss Montfort ist ein Beispiel der orientalisierten bzw. maurisch inspirierten Bauweise des 19. Jahrhunderts: das Gebäude zeigt Formen und Gestaltungsprinzipien, die damals als „Märchenschloss“-Ästhetik verstanden wurden und die Romantik mit exotischer Ornamentik verknüpfen. Die Lage auf der Landzunge betont die malerische Wirkung des Ensembles am Seeufer; Turm und Fassaden sind als Blickpunkte konzipiert und tragen zur ikonischen Silhouette von Langenargen bei.


Nutzung und kulturelle Bedeutung

Seit dem 19. Jahrhundert wechselten Nutzung und Funktion des Schlosses mehrfach. Heute ist Schloss Montfort Teil des lokalen Kultur- und Gastronomieangebots; im Haus befinden sich ein Gastronomiebetrieb, gelegentliche Konzerte und Veranstaltungen, und der Turm ist Besuchern zeitweise zugänglich, während das Schloss selbst nicht regulär als Museum geöffnet ist. Die Anlage hat neben ihrem ästhetischen Wert eine starke lokale Symbolfunktion und ist fest im Tourismus- und Gemeindebild verankert.


Erhalt, Forschung und Denkmalpflege

Schloss Montfort ist Gegenstand denkmalpflegerischer Aufmerksamkeit und wird in der Forschung als relevantes Beispiel des 19.‑jahrhundertlichen Historismus und der Orientalismen in der Architektur des Königreichs Württemberg gewürdigt. Die Geschichte der Anlage — von der mittelalterlichen Burg über barocke Umbauten bis zur romantischen Neubildung — macht sie zu einem interessanten Objekt für questions zur Kontinuität und Transformation von Herrschaftsarchitektur, Repräsentation und touristischer Aneignung am Bodensee.


Einordnung und Ausblick

Schloss Montfort verbindet lokalgeschichtliche Tiefe mit europäischer Stilgeschichte: Die Reste der mittelalterlichen Burg, die barocken Eingriffe und schließlich der neugotisch‑maurische Neubau des 19. Jahrhunderts zeigen, wie sich ein einzelner Standort über Jahrhunderte wandelte und stets neu interpretiert wurde. Für weitergehende Studien lohnen sich archivalische Recherchen zu Bauakten und Besitzverhältnissen sowie vergleichende Analysen mit anderen See‑ und Lustschlössern in Süddeutschland und der Schweiz.


Beliebte Wanderrouten 

  • Rundtour Schloss Montfort – Argensteg – Argenmündung

    • Länge:ca. 6,9–9,3 km (je nach Variante)

    • Anspruch:leicht bis mittelschwer; gut befestigte Wege, wenige Steigungen.

    • Warum:verbindet Seeufer, Schloss Montfort, Argensteg und Naturschutzgebiet an der Argenmündung; ideal für Blick auf Yachthafen und Vogelwelt.


  • Bodensee-Rundwanderweg (Etappe um Langenargen / Montfort)

    • Länge:Etappenlängen variieren; lokale Schleifen um Schloss Montfort meist 6–15 km.

    • Anspruch:leicht bis mittelschwer; familienfreundlich, viele Aussichtspunkte auf den See.


  • Längere Rundwanderung ab Langenargen (Malerecke – Tunau – Gohren)

    • Länge:bis ca. 15 km

    • Anspruch:moderat; führt über Uferpromenade, Argen und Höhenrücken mit wechselnden Ausblicken


Highlights unterwegs

  • Schloss Montfort:markante Landmarke auf der Landzunge; Fotopunkt mit Blick über den See.

  • Argenmündung und Argensteg:naturnahe Uferabschnitte, Fußgängerbrücke und Vogelbeobachtung; besonders reizvoll bei tief stehender Sonne.

  • Yachthafen und Promenade:maritime Atmosphäre, Gastronomie und kurze Erholungspausen.

  • Landschaft & Flora:Übergang von Seeland zu Auenwald – vielfältige Pflanzen- und Vogelwelt, besonders im Frühjahr und Herbst sichtbar


Wegequalität, Schwierigkeit & Barrierefreiheit

  • Wege:meist befestigt, Uferpfade teils feiner Schotter; bei nassem Wetter sind einige Abschnitte rutschig.

  • Schwierigkeit:familienfreundlich; für Genusswanderer ideal; moderat konditionsfordernde Varianten für Ausdauernde verfügbar.

  • Barrierefreiheit:Promenade und Teile am See sind weitgehend flach und zugänglich; schmalere Waldpfade und Brücken können für Kinderwagen oder Rollstühle ungeeignet sein.








Schloss Sigmaringen

Schloss Sigmaringen ist das historische Residenzschloss der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und prägt als massives, burgähnliches Ensemble die Donau-Schleife der Schwäbischen Alb; es thront auf einem langgestreckten Kalkfelsen über dem Fluss und ist eines der markantesten Schlösser im oberen Donautal.


Lage und geologische Grundlage

Das Schloss steht auf dem sogenannten Schlossberg, einem etwa 200 Meter langen Weißjurafelsen, der bis zu 35 Meter über der Donau aufragt und der Lage strategischen Schutz und spektakuläre Fernsicht verlieh; die exponierte Felsnische erklärt die ursprüngliche Wahl als Burgstandort und die starke Wehrhaftigkeit der ältesten Bauteile.


Frühe Geschichte und Bauentwicklung bis zur Neuzeit

Erwähnt wird eine Burg auf dem Schlossberg erstmals 1077 in der Chronik des Klosters Petershausen; bauliche Reste der Stauferzeit aus dem 12. Jahrhundert sind noch erkennbar und bilden die Grundlage der späteren Burganlage mit Bergfried, Palas und Wehrmauer. Im Hoch- und Spätmittelalter erweiterten verschiedene Adelsfamilien die Anlage; ab dem 16. Jahrhundert wurde Sigmaringen zunehmend zum Schlosskomplex umgebaut, bis es 1577 Residenz der Sigmaringer Linie der schwäbischen Hohenzollern wurde.


Umbauten, Stile und das heutige Erscheinungsbild

Die heute sichtbare Gestalt des Schlosses ist das Ergebnis mehrerer Umbauphasen vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, in denen mittelalterliche Substanz mit Renaissance- und spätklassizistischen Elementen sowie romantisierenden neugotischen und historistischen Formen verschmolz; wichtige Neuerrichtungen und repräsentative Ausbauten stimmen mit dem Rollenwandel vom Wehrbau zur fürstlichen Residenz überein. Bauteile wie der Bergfried, Palas und spätmittelalterliche Wehrmauern sind unter jüngeren Fassaden erhalten geblieben, was die komplexe Schichtung der Baugeschichte ablesbar macht.


Schloss Sigmaringen im 20. Jahrhundert und politische Bedeutung

Während des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit diente das Schloss kurzzeitig als Sitz der französischen Vichy-Regierung unter Marschall Philippe Pétain und als Aufenthaltsort für französische Exilbehörden, womit es eine ungewöhnliche politische Rolle in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts übernahm.


Museum, heutige Nutzung und kulturelle Bedeutung

Heute ist Schloss Sigmaringen Museum und historischer Erinnerungsort mit öffentlich zugänglichen Prunkräumen, fürstlichen Sammlungen und Dauerausstellungen zur Baugeschichte; das Ensemble zählt zu den touristisch wie kulturhistorisch bedeutenden Monumenten Baden-Württembergs und wird in regionalen Vermittlungsangeboten als „Märchenschloss“ und kulturhistorischer Lernort präsentiert.


Denkmalpflege, Forschung und Vermittlung

Die Erhaltung des Schlosses erfordert fortlaufende denkmalpflegerische Maßnahmen und bauhistorische Forschung, um die vielfach überformten Bauteile zu dokumentieren und konservatorisch zu sichern; die institutionelle Betreuung verbindet Museumsbetrieb, Forschung und regionale Bildungsangebote, um Öffentlichkeit und Wissenschaft miteinander zu verknüpfen.


Fazit

Schloss Sigmaringen ist ein vielfach geschichtetes Architekturensemble vom mittelalterlichen Bergfried bis zur neugestalteten Residenz des 19. Jahrhunderts und bildet durch seine Lage, Baugeschichte und politische Episoden ein bedeutendes Zeugnis südwestdeutscher Adels- und Kulturgeschichte.


Die Donau Felsen Läufe 

Die DonauFelsenLäufe sind fünf zertifizierte Premiumwanderwege rund um Sigmaringen, zusammen etwa 52 Kilometer, die sowohl hinab ans Donauufer als auch hinauf auf markante Felskanzeln führen; sie verbinden Aussichtspunkte wie den Rappenfelsen und den Panthelstein mit naturnahen Abschnitten im Schmeien- und Laucherttal. Die Wege sind gut ausgeschildert, als Rundtouren angelegt und bieten Variantenlängen, sodass sie für Tagesgäste und ambitionierte Wanderer gleichermaßen geeignet.


Kurzrouten, Kulturtouren und Schlossblickwege

Mehrere kurze Strecken erlauben eine Kombination aus Kultur und Natur: Promenaden und Aussichtspfade nahe dem Fürstlichen Park und dem Stadtkern bieten einfache, familienfreundliche Spaziergänge mit direktem Blick auf das Schloss; sie sind ideal für kurze Foto- oder Einstiegsrunden.

Altes Schloss Hohenbaden

Das Alte Schloss Hohenbaden ist die imposante Ruine oberhalb von Baden‑Baden, die über Jahrhunderte Stammsitz und Namensgeber der Markgrafen von Baden war. Die Anlage zieht mit ihrer Aussicht über Stadt, Rheinebene und Vogesen Besucher an und gilt als eine der größten und eindrucksvollsten Burgruinen im südwestdeutschen Raum.


Entstehung und Baugeschichte

Die älteste Kernanlage, die sogenannte Oberburg oder Hermannsbau, begann um das Jahr 1100 unter Markgraf Hermann II. zu entstehen und wurde bereits im frühen 12. Jahrhundert schriftlich belegt. Ab dem 14. Jahrhundert entstanden unter Markgraf Bernhard I. die gotische Unterburg und der prächtige Bernhardsbau, der um 1400 eines der größten Wohnbauten zeitgenössischer Burgen darstellte1. Im 15. Jahrhundert erweiterten Nachfolger wie Jakob I. die Anlage zum repräsentativen Zentrum der Markgrafschaft, sodass das Schloss einst über hundert Räume besaß. Ab 1479 verlegte Markgraf Christoph I. die Residenz in das Neue Schloss in der Stadt, wodurch Hohenbaden seine politische Zentralstellung verlor und später als Witwensitz diente.


Architektur, Bauteile und Besonderheiten

Die Anlage gliedert sich in Oberburg und Unterburg, wobei der Bergfried und der Hermannsbau die ältesten Bauteile sind. Der Bernhardsbau beeindruckte mit einem großen Rittersaal und künstlerisch gestalteten Säulen und Wappen im Erdgeschoss1. Die Ruinenstruktur erlaubt noch heute die Ablesbarkeit von mittelalterlichen Bauphasen, von frühromanischen Wohnbauten bis zu spätgotischen Repräsentationsräumen. Eine moderne Besonderheit ist die Windharfe im Rittersaal, 1999 installiert, die mit 120 Saiten auf Luftströmungen Grundtöne erzeugt und als eine der größten ihrer Art gilt.


Brand, Verfall und Restaurierung

1599 wurde das Alte Schloss durch einen Brand schwer geschädigt, anschließend setzte langsamer Verfall ein, bis im 19. Jahrhundert erste Sicherungsmaßnahmen begannen. Ab den 1820er‑/1830er‑Jahren erfolgten gezielte Stabilisierungen und Zugänglich‑machungen, größere Sanierungen fanden seit dem 20. Jahrhundert statt; seit 1979 wurden weitere grundlegende Sicherungen durchgeführt4. Heute betreuen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg die Anlage und sorgen für Erhalt, Besucherführung und museumspädagogische Angebote.


Forschung, Quellenlage und wissenschaftlicher Wert

Die historischen Aussagen zu Bauphasen und Herrschaftswechseln stützen sich auf Urkunden, kunsthistorische Befunde und spätere historiographische Auswertungen, die in Standardwerken wie dem Dehio‑Handbuch dokumentiert sind. Bauarchäologische Befunde an Mauerwerksübergängen, Fundamenten und Fensteröffnungen erlauben die relative Datierung der Bauphasen und zeigen die Transformationsprozesse vom romanischen Wohnbau zur gotischen Repräsentationsburg. Die Verbindung der Markgrafen von Baden zu älteren Adelslinien und zur Stauferzeit wird in regionalhistorischen Untersuchungen als Kontext für Machtbildung und Repräsentation diskutiert.


Mythen, Kultur und Rezeption

Hohenbaden ist nicht nur steinerne Geschichte, sondern auch Ort zahlreicher Sagen und romantischer Bildmotive. Die Sage vom Junker Bunkart Keller gehört zum lokalen Erzählgut und wurde in literarischen und künstlerischen Werken weiterverarbeitet. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine vielfach als romantisches Motiv von Malern wie Hans Thoma aufgenommen und inspirierte Komponisten und Dichter3. Die heutige kulturhistorische Rezeption verbindet Denkmalpflege, Tourismus und künstlerische Nutzung, zum Beispiel durch Konzerte im Burghof und die akustische Besonderheit der Windharfe.


Besuch, Vermittlung und praktische Hinweise

Das Alte Schloss ist öffentlich zugänglich; Turm und Burghof bieten weite Ausblicke und Fotomotive. Die Betreuung durch die Staatlichen Schlösser und Gärten garantiert Führungen, Informationsangebote und digitale Zugänge wie 3D‑Modelle zur vertiefenden Beschäftigung mit der Anlage. Bildmaterial, Pressefotos und hochauflösende Aufnahmen stehen über die offiziellen Bildarchive zur redaktionellen Verwendung bereit.


Fazit

Das Alte Schloss Hohenbaden verbindet mittelalterliche Politikarchitektur, gotischen Repräsentationsbau und romantische Ruinenästhetik zu einem Forschungsfeld und Ausflugsziel von nationaler Bedeutung. Sein Wert liegt gleichermaßen in den baulichen Zeugnissen der Markgrafenzeit, in den überlieferten Geschichten und in der fortlaufenden musealen und wissenschaftlichen Erschließung durch regionale Denkmalschutzinstitutionen.

Burg Badenweiler

Die Burg Badenweiler ist die weithin sichtbare Ruine einer Höhenburg auf dem Burgberg oberhalb des Kurparks von Badenweiler im Südschwarzwald und gilt als das Wahrzeichen der Gemeinde.

Lage und historische Entwicklung

Die Besiedlung des Burghügels reicht bis in die Römerzeit zurück, römische Befestigungen schützten einst die nahegelegene Thermenanlage; die heute sichtbare Burganlage entstand im Hochmittelalter und wird in Urkunden ab dem 12. Jahrhundert genannt. Im Lauf der Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach ihren Besitz, unter anderem gehörte sie den Zähringern, Staufern und verschiedenen regionalen Adelsgeschlechtern, ehe sie im politischen Umbruch der frühen Neuzeit Schäden erlitt und später nicht wieder aufgebaut wurde.


Architektur und bauliche Besonderheiten

Erhalten sind Mauerreste des Palas und der Ringmauern sowie Fragmente des Bergfrieds; romanische Fensterbögen und andere spätmittelalterliche Bauteile belegen die repräsentative Ausgestaltung des Wohnbereichs und die Bedeutung der Burg als Herrschaftssitz. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine in die Gestaltung des englischen Kurparks integriert und erhielt Elemente wie Aussichtspunkte, die die historische Substanz mit der damals populären Parkästhetik verbanden.


Zerstörung, Wiederentdeckung und Nutzung im 19. Jahrhundert

Die Anlage überstand mehrere Konflikte bis zur schweren Beschädigung in kriegerischen Auseinandersetzungen am Ende des 17. Jahrhunderts; danach verfiel die Burg, wurde von der Vegetation überwuchert und erst mit der Entwicklung Badenweilers zum internationalen Kurort wieder bewusst als landschaftliches und historisches Element genutzt. Im 19. Jahrhundert schufen Restaurierungs- und Gestaltungsmaßnahmen die bis heute unverwechselbare Kombination aus Ruine, Park und Aussichtsturm.


Park, Umfeld und archäologischer Kontext

Der Burghügel steht in enger räumlicher Beziehung zu den römischen Badruinen am Fuß des Hügels; die archäologischen Funde und die Lage der Burg im Kurpark machen den Ort zu einem vielschichtigen Denkmalkomplex, der römische, mittelalterliche und neuzeitliche Nutzungsschichten sichtbar verbindet. Besucherwege, Infotafeln und geführte Angebote vermitteln die historische Abfolge und die landschaftliche Bedeutung des Geländes. Der Kur‑ und Schlosspark ist mit etwa 22 Hektar eine der bedeutendsten Parkanlagen der Region, geprägt von alten Mammutbäumen, thematischen Gartenbereichen und großzügigen Promenaden; der Park verbindet Erholung mit botanischem Interesse und bildet den direkten Zugang zur Burg. Am Fuß des Burgbergs befindet sich die besterhaltene römische Thermenanlage nördlich der Alpen, die archäologisch wie touristisch von hoher Bedeutung ist und den historischen Kontext der Burglandschaft deutlich erweitert


Erhalt, Besucherinformation und Bedeutung

Die Ruine wird als Denkmal gepflegt und ist öffentlich zugänglich; Besucher finden Information durch die örtliche Touristik sowie die Institutionen, die das Denkmal betreuen, wobei Führungen und didaktische Anwendungen den historischen Kontext vermitteln. Die Burg Badenweiler hat regionalen Kulturwert als historisches Symbol, touristisches Highlight und Ort, an dem Naturlandschaft und kulturlandschaftliche Erinnerung zusammenwirken.


Spazier‑ und Wanderangebote

Rundwege verbinden Burg, Park und Römerbad und führen zu Aussichtspunkten wie dem Vogesenblick; diese Wege sind sowohl für kurze Spaziergänge als auch für historisch‑botanisch interessierte Besucher geeignet und erleichtern die Integration eines Burgbesuchs in längere Ortsrundgänge.


Veranstaltungen, Führungen und Besucherinformation

Regelmäßige Führungen, thematische Veranstaltungen im Kurpark und Sonderprogramme der Burg steigern die Besucherwirkung; offizielle Besucherinformationen vor Ort und die Internetangebote der Touristinfo und der Burg geben aktuelle Hinweise zu Öffnungszeiten und Sonderführungen

Schloss Ludwigsburg

Wer durch die prachtvollen Gärten von Ludwigsburg schlendert und den Blick auf das imposante Schloss richtet, spürt sofort: Hier wurde Geschichte geschrieben. Das Residenzschloss Ludwigsburg ist nicht nur das größte erhaltene Barockschloss Deutschlands – es ist ein lebendiges Denkmal der Macht, Kunst und Kultur, das bis heute fasziniert.Begonnen wurde der Bau im Jahr 1704 unter Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg. Was als Jagdschloss geplant war, entwickelte sich rasch zur neuen Residenz – ein klares Zeichen des Absolutismus. Der Herzog wollte nicht nur ein Schloss, sondern ein Symbol seiner Herrschaft. Inspiriert von Versailles entstand ein Ensemble, das bis heute Maßstäbe setzt. 


Über 450 Räume, drei Hauptflügel und ein Theater, das zu den ältesten erhaltenen Europas zählt – Schloss Ludwigsburg vereint Barock, Rokoko und Klassizismus in einem harmonischen Gesamtbild. Die Bauzeit erstreckte sich über mehr als ein Jahrhundert, und jeder Abschnitt erzählt von Stilwandel, politischem Anspruch und technischem Fortschritt.


Neben dem Schloss selbst lohnt sich auch ein Besuch im Schlossgarten und im Lustschloss Favorite. Ob bei einem Spaziergang, einer Führung oder einem Museumsbesuch – Ludwigsburg bietet Geschichte zum Anfassen.


Tipp für Ausflügler aus dem Südwesten:Wer sich für Architektur, Geschichte oder einfach für schöne Orte interessiert, sollte Schloss Ludwigsburg unbedingt auf die Liste setzen. Es ist ein Stück Württemberg, das lebt – und erzählt.



Ursprung und Vision: Der Bauherr Herzog Eberhard Ludwig

Das Residenzschloss Ludwigsburg wurde ab 1704 unter Herzog Eberhard Ludwig von Württembergerrichtet. Ursprünglich als Jagd- und Lustschloss geplant, entwickelte es sich rasch zur größten barocken Schlossanlage Deutschlands. Der Bau war Ausdruck absolutistischer Machtentfaltung – inspiriert vom französischen Vorbild Versailles, das unter Ludwig XIV. zum Symbol höfischer Pracht wurde.

Eberhard Ludwig verfolgte eine klare Strategie: Durch die Errichtung eines monumentalen Schlosses samt angrenzender Stadt wollte er seine politische Unabhängigkeit gegenüber Stuttgart demonstrieren und eine neue Residenz etablieren


Architektur: Barock, Rokoko und Klassizismus im Dialog

Die Bauzeit erstreckte sich über mehr als ein Jahrhundert (1704–1816) und involvierte mehrere Architekten:

  • Johann Friedrich Nette: Entwurf des ursprünglichen barocken Hauptbaus

  • Donato Giuseppe Frisoni: Erweiterung zur Vierflügelanlage mit Rokoko-Elementen

  • Nikolaus Friedrich Thouret: klassizistische Umgestaltungen im 19. Jahrhundert

Das Schloss umfasst über 450 Räume und gliedert sich in mehrere Baukörper: den Alten Hauptbau, den Riesenbau, den Neuen Hauptbau, die Schlosskapelle, das Theater und die Ahnengalerie. Die Anlage ist symmetrisch und streng axial ausgerichtet – ein typisches Merkmal barocker Stadtplanung.


Wissenschaftliche Aspekte: Bauphysik, Raumwirkung und Materialkunde

Die Konstruktion des Schlosses ist ein Paradebeispiel für barocke Bauphysik:

  • Lichtführung: Große Fenster und Spiegel erzeugen optische Tiefe und symbolisieren Aufklärung

  • Akustik: Das Schlosstheater (1758) nutzt eine bewegliche Bühnenachse – ein technisches Meisterwerk

  • Materialien: Verwendung von Mahagoni, Marmor und vergoldetem Stuck in späteren Ausbaustufen

Die Raumwirkung wurde gezielt zur Repräsentation genutzt: Der Ehrenhof, die Ahnengalerie und die Festsäle dienten der Inszenierung dynastischer Macht und kultureller Überlegenheit.


Politische Geschichte: Von der Monarchie zur Republik

Das Schloss war über Jahrhunderte Zentrum der württembergischen Herrschaft:

  • 1806: Württemberg wird Königreich – Schloss Ludwigsburg wird königliche Residenz

  • 1819: König Wilhelm I. verkündet hier die erste Verfassung Württembergs – ein Meilenstein der konstitutionellen Monarchie

  • 1918: Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endet die Monarchie – das Schloss verliert seine politische Funktion


Kulturgeschichte: Bühne der Gesellschaft

Ludwigsburg war nicht nur Machtzentrum, sondern auch kultureller Brennpunkt:

  • 1763: Die Familie Mozart besucht das Schloss auf ihrer „Wunderkind-Tournee“

  • 1947: Beginn der Ludwigsburger Schlossfestspiele – Musik und Theater im historischen Ambiente

  • Heute: Das Schloss beherbergt mehrere Museen, darunter das Modemuseum, das Keramikmuseum und das Kinderreich


Schlossgarten und Lustschloss Favorite

Der Schlossgarten wurde ab 1798 landschaftlich umgestaltet – weg vom geometrischen Barockgarten hin zur romantischen Parklandschaft. Das nahegelegene Lustschloss Favoriteergänzt die Anlage als Ort der Erholung und Repräsentation


Fazit: Ein lebendiges Denkmal

Schloss Ludwigsburg ist mehr als ein Bauwerk – es ist ein Spiegel der politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklung Südwestdeutschlands. Es vereint Architekturgeschichte, Machtpolitik, Kunst und Technik in einem einzigartigen Ensemble, das bis heute Besucher aus aller Welt fasziniert.


Das Schloss bietet täglich klassische Führungen durch die barocken Räume – darunter:

  • „Herzog“ & „Herzogin“: Standardführungen auf Deutsch und Englisch

  • „Wissen & Staunen“: Themenführungen zu höfischem Leben, Architektur und Alltagsgeschichte

  • „Württembergs First Ladies“: Geschichten über Herzoginnen und Königinnen

  • „Perücke & Kostüm“: Mit einem Hofmarschall durch das Leben am Hof Carl Eugens

Diese Führungen sind ideal für Geschichtsinteressierte und Familien – und finden mehrmals täglich statt.


Ludwigsburger Schlossfestspiele

Ein kulturelles Highlight mit internationalem Renommee:

  • Konzertreihen, Theater, Tanz und Literatur

  • Spielstätten im Schloss, im Forum am Schlosspark und in der Region

  • Beispiel: Am 19. Oktober 2025 tritt das Calmus Ensemble mit „Byrd and Birds“ in Haigerloch auf

Die Festspiele verbinden historische Kulissen mit zeitgenössischer Kunst – ein Muss für Kulturfreunde.


Heiraten im Schloss

Das Schloss bietet auch exklusive Möglichkeiten für standesamtliche Trauungen und private Feiern – mit barockem Flair und historischem Ambiente

Barockschloss Mannheim

Das Barockschloss Mannheim entstand auf den Grundmauern der einstigen Festung Friedrichsburg. Nach schweren Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg ließ Kurfürst Karl Philipp 1720 die Residenz von Heidelberg nach Mannheim verlegen und legte am 2. Juli 1720 den Grundstein für das neue Schloss. Der Bau der dreiflügeligen Anlage zog sich bis 1742 hin und machte Mannheim zur Machtbühne des Kurfürsten im Heiligen Römischen Reich.



Architektur und Stilentwicklung

Das Schloss gilt als eine der größten Barockresidenzen Europas und demonstriert unverhüllt kurfürstliche Macht. Charakteristisch sind:

  • Massive Fassaden mit Wappen, Monogrammen und Trophäen

  • Monumentale Dachlandschaften

  • Symmetrischer Dreiflügelbau mit Ehrenhof

Der ursprüngliche Entwurf wird Louis Rémy de la Fosse zugeschrieben, während Johann Kaspar Herwarthel ab 1720 die Bauleitung übernahm. Später brachte Jean Clemens Froimon weitere barocke Gestaltungselemente ein.


Innenräume und Ausstattung

Im Inneren spiegeln pompöse Stuckdecken, heroische Deckengemälde und prunkvolle Verzierungen den barocken Repräsentationsanspruch wider. Zu den herausragenden Räumen zählen:

  • Treppenhaus mit aufwendigem Stuck und Fresken

  • Rittersaal für höfische Zeremonien

  • Kaiserliches Quartier als privater Repräsentationsbereich

Die Originalbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste (1755) mit zierlichen Rokoko-Kartuschen zeigt die spielerische Leichtigkeit dieser Epoche.


Spätere Umgestaltungen

Das Schloss erlebte mehrere Stilwechsel:

  • Rokoko (1742–1760): Carl Theodor ließ Salons und Gemächer mit pastellfarbenen Ornamenten ausstatten.

  • Empire (ab 1806): Großherzogin Stéphanie führte Möbel und Dekore im klassizistischen französischen Empire-Stil ein.

  • Historismus (ab 1840): Rezeption früherer Epochen veränderte Mobiliar und Raumdekoration erneut – barocke Formen wurden wieder aufgegriffen


Heutige Nutzung und Bedeutung

Seit 1967 dient das Schloss Mannheim als Hauptsitz der Universität Mannheim. Mit seiner imposanten Größe, dem gut erhaltenen barocken Grundriss und den vielschichtigen Stilzeugnissen ist es ein einmaliges Kulturdenkmal der Rhein-Neckar-Region und ein lebendiges Zeugnis europäischer Residenzarchitektur.


Interessante Fakten zum Barockschloss Mannheim

  • Zweitgrößtes Barockschloss Europas nach Schloss Versailles, was seine herausragende Präsenz unterstreicht.

  • Das Schloss besitzt mit rund 450 Metern die längste Schlossfassade Deutschlands und erstreckt sich über eine Fläche von sechs Hektar.

  • Um seine Vormachtstellung zu demonstrieren, ließ man bewusst genau ein Fenster mehr einbauen als in Versailles.

  • Im 18. Jahrhundert war Mannheim mit seinem Schloss ein pulsierender “Musenhof”, in dem Musik, Theater und Wissenschaft florierten – selbst Mozart gab hier Konzerte.

  • Geplant waren Baukosten von etwa 300.000 Gulden, doch am Ende verschlang das Schloss rund 2 Millionen Gulden und belastete die kurpfälzische Kasse erheblich.

  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das stark beschädigte Schloss umfassend restauriert und erstrahlt heute wieder in barocker Pracht.

  • Seit 1967 dient das Barockschloss als Hauptsitz der Universität Mannheim, davor war es ab 1763 bereits als Bildungsstätte genutzt worden.

  • Neben Universitätsräumen beherbergen Teile des Gebäudes auch das Amtsgericht Mannheim, was die Vielseitigkeit der Anlage unterstreicht.


Rolle des Mannheimer Schlosses im Musenhof und Bedeutung für die Frühaufklärung

Das Barockschloss Mannheim verwandelte sich unter Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz zu einem „Musentempel“, in dem Kunst, Wissenschaft und Musik gleichermaßen gefördert wurden. Als über fünfzig Jahre regierender Landesvater etablierte er am Hof ein umfassendes Bildungs- und Kultursystem, das weit über reine Repräsentation hinausging.


Der Musenhof unter Carl Theodor

Im Schloss wurde die Hofbibliothek nicht nur dem Hof, sondern der Bevölkerung an drei Tagen pro Woche geöffnet. Diese öffentliche Zugänglichkeit zu Büchern war damals eine ebenso progressive wie aufklärerische Einrichtung und ermöglichte Studierenden und Gelehrten direkte Quellenarbeit vor Ort.


Kurfürst Carl Theodor gründete 1763 die „Kurpfälzische Akademie der Wissenschaften“, eine Gelehrtengesellschaft, die die fürstlichen Sammlungen pflegte, erforschte und damit systematisch neues Wissen hervorbrachte. Die Akademie war ein zentraler Treffpunkt für Naturforscher, Mathematiker, Mediziner und Philosophen und trug entscheidend zur Vernetzung der Kurpfalz mit europäischen Wissenszentren bei.

Der Hof verfügte über eine renommierte Hofmusikkapelle mit einem innovativen Ausbildungssystem. Sie zog Ende des 18. Jahrhunderts Musikliebhaber und Virtuosen aus ganz Europa an. Namen wie Mozart, Goethe und Voltaire besuchten Mannheim, um in diesem international gefeierten Klangkörper aufzutreten oder ihn zu erleben.


Bedeutung für die Frühaufklärung in der Kurpfalz

Die im Schloss und am Hof organisierten Strukturen förderten die Ideale der Frühaufklärung: die Betonung von Vernunft, empirischer Forschung und Kunstgenuss. Indem Carl Theodor Bildung und Wissenschaft als zentrale Fürstentugenden inszenierte, schuf er einen Rahmen für freien Gedankenaustausch und publizistische Aktivitäten.

Die Kurpfälzische Akademie wirkte als Keimzelle moderner wissenschaftlicher Institutionen, indem sie Fachdisziplinen systematisch gliederte und regelmäßige Sitzungen mit öffentlichen Berichten einführte. So wurden neue Erkenntnisse nicht nur im engen Kreis, sondern auch in Druckschriften und Vorträgen zugänglich gemacht. Die offene Bibliothek im Schloss und die Förderung öffentlicher Konzerte, Theateraufführungen und Feste schufen eine frühe Form bürgerlicher Beteiligung am kulturellen Leben. Sie ebneten den Weg für die spätere Entwicklung akademischer Universitäten und bürgerlicher Gesellschaften in Südwestdeutschland.

Schloss Heidelberg

Schloss Heidelberg – Wahrzeichen und Ruine


Lage und Bedeutung

Das Heidelberger Schloss ist eine der bekanntesten Schlossruinen Deutschlands und erhebt sich am Nordhang des Königstuhls oberhalb der Altstadt. Es besteht aus rotem Neckartäler Sandstein und prägt seit Jahrhunderten das Stadtbild von Heidelberg. Ursprünglich als mittelalterliche Burg angelegt, diente es fast drei Jahrhunderte lang den Kurfürsten der Pfalz als Residenz. Heute symbolisiert die Ruine die Blütezeit und Vergänglichkeit menschlicher Baukunst.


Geschichte

Im 13. Jahrhundert wurde das Schloss zunächst als einfache Burg zur Sicherung des Neckartals errichtet. Unter Kurfürst Ottheinrich (reg. 1556–1559) erfolgte im 16. Jahrhundert ein prachtvoller Ausbau im Stil des deutschen Manierismus, woran der Ottheinrichsbau noch heute erinnert. Kurfürst Friedrich V. ließ zu Beginn des 17. Jahrhunderts den Friedrichsbau und den Englischen Bau nach palladianischen Vorbildern errichten, wodurch sich das Erscheinungsbild zur prunkvollen Residenz vervollständigte.2

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) wurde das Schloss zweimal durch französische Truppen schwer beschädigt. Am 6. September 1693 sprengten französische Pioniere den Pulverturm und weitere Befestigungsanlagen, wodurch die Nutzung stark eingeschränkt wurde. Ein Blitzschlag am 24. Juni 1764 zerstörte schließlich Teile der beginnenden Wiederherstellung, woraufhin die Kurfürsten nach Mannheim zogen und die Restaurierung aufgegeben wurde


Architektur

Das Heidelberger Schloss vereint Baustile aus über 300 Jahren Baugeschichte. Der Ruprechtsbau, der älteste Wohnpalast, zeigt gotische Elemente mit Kreuzrippengewölben. Der Ottheinrichsbau gilt als Meisterwerk der süddeutschen Frührenaissance mit reich geschmückter Fassade und antiken Ornamenten. Im Friedrichsbau und im Englischen Bau wechseln sich späte Renaissance-Formen und klare palladianische Strukturen ab, die den Wandel von repräsentativer Pracht zu klassischer Strenge dokumentieren


Zustand als Ruine und Wiederentdeckung

Nach der Aufgabe als Residenz verfiel das Schloss allmählich und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum Inbegriff der Romantik. Der französische Kunstliebhaber Charles de Graimberg finanzierte lange Zeit Erhaltungsmaßnahmen und prägte das Bild der Ruine als romantisches Relikt. Heute sichern regelmäßige Restaurierungen die Substanz, während die Freilegung der Mauern und Türme den Besuchern Einblicke in die historische Baukunst ermöglicht. Das Zusammenspiel von Verfall und Erhalt verleiht dem Schloss sein charakteristisches „romantisches Flair


Museen und Sehenswürdigkeiten

Im Schloss ist das Deutsche Apotheken-Museum untergebracht, das in der historischen Sattelkammer einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der Pharmazie bietet. Ein weiteres Highlight ist das Große Fass, ein hölzernes Weinfass mit rund 220 000 Litern Fassungsvermögen, das die Bedeutung des Weinbaus für die Kurpfalz unterstreicht. Besucher können den Schlosshof über den Südeingang oder das Karlstor betreten, durch die Hinterhöfe schlendern und spektakuläre Ausblicke auf die Altstadt und das Neckartal genießen.


Besuch und Veranstaltungen

Das Heidelberger Schloss ist ganzjährig geöffnet. Im Sommer erstrahlt die Fassade bei der Schlossbeleuchtung jeden Abend in farbigem Licht, begleitet von Konzerten im Burghof. Geschulte Führungen vermitteln die wechselvolle Baugeschichte, architektonische Details und Anekdoten aus dem Leben der Kurfürsten. Ein kombinierter Spaziergang über den Philosophenweg bietet einen der berühmtesten Panoramablicke auf die Schlossruine. Tickets und Führungen können online oder vor Ort gebucht werden, Ermäßigungen gelten für Studierende, Senioren und Familien.

Burg Hohenzollern

Die Burg Hohenzollern thront auf dem 855 Meter hohen Gipfel des Zollerbergs in der Gemeinde Bisingen im Zollernalbkreis, Baden-Württemberg.

Sie gilt als Stammsitz des Adelsgeschlechts Hohenzollern, das im 13. und 14. Jahrhundert Burggrafen von Nürnberg stellte, ab 1415 Kurfürsten von Brandenburg sowie ab 1701 Könige von Preußen und von 1871 bis 1918 deutsche Kaiser. Die Anlage zieht jährlich rund 350.000 Besucher an und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.


Erste Burg

Auf dem Zollerberg entstand im 11. Jahrhundert die erste mittelalterliche Burg, die 1267 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie wurde 1423 nach fast einjähriger Belagerung durch den Schwäbischen Städtebund zerstört. 


Zweite Burg

Ab 1454 errichtete man an gleicher Stelle eine zweite Festung, die im Dreißigjährigen Krieg von württembergischen Truppen eingenommen und vorübergehend besetzt wurde.


Dritte Burg

Der heutige neugotische Burgenbau wurde von 1850 bis 1867 im Auftrag König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nach Plänen des Architekten Friedrich August Stüler neu errichtet und bildet eine repräsentative Dreiflügelanlage.


Architektur und Sehenswürdigkeiten

Neugotische Stilelemente an Zinnen, Türmen und Brüstungen

Schatzkammer mit wertvollen Familienjuwelen

Prunkvoller Grafensaal für festliche Anlässe

Christuskapelle als geistliches Zentrum der Burg

Insgesamt verkörpert die Anlage die romantische Burgenromantik des 19. Jahrhunderts.


Besuch und Veranstaltungen

Die Burganlage und die Museumssäle sind täglich von 10:00 bis 18:30 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr) geöffnet; im Winter bis 18:00 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr).


Tickets beinhalten Parkplatzgebühren und den Pendelbus zum Gipfel. Im Burghof finden regelmäßig Events statt, etwa exklusive Nachtführungen mit Menüs, Open-Air-Kino und historisch orientierte Familienprogramme.


Schatzkammer und Kunstschätze

Originalrepliken der Preußenkrone und wertvolle Familienjuwelen.

Orden und Medaillen aus Jahrhunderten höfischer Politik.

Historische Handschriften, Gemälde und Kirchenschätze in der verschachtelten Schatzkammer.


Christuskapelle und Sakrales

Christuskapelle als Zentrum geistlichen Lebens, ausgestattet mit originalen Glasfenstern und Reliquien.

Gottesdienste und Andachten finden hier regelmäßig statt, wie zu Zeiten des Königshauses.


Mythen und Legenden

Weiße Frau Eine Geistererscheinung, die in vielen Hohenzollern-Bauten vor Todesfällen in der Familie gesichtet wird. Sie kündigt Unheil an und spukt angeblich auch im Umfeld der Burg Hohenzollern auf.


Legende vom Öttinger Graf Friedrich XII. von Zollern (der „Öttinger“) soll nach der Zerstörung der ersten Burg 1423 in den Kerker geworfen worden sein. Sagen berichten, er habe durch einen geheimen Tunnel entkommen und sei ins Ausland geflohen.


Römischer Kultort „mons solarius“ Der Name Zoller/Burg Zollern leitet sich vermutlich vom lateinischen mons solarius („Berg der Sonne“) ab. Legenden erzählen, hier habe bereits ein Sonnentempel der Römer gestanden, bevor die Hohenzollernfamilie die Höhenburg errichtete.


Versteckter Familien-Schatz Rund um die Gewölbe kursiert die Sage von vergrabenen Hohenzollern-Schätzen, die in stürmischen Zeiten unter den Mauern vergraben und nie wiedergefunden wurden. Genaues Belegmaterial fehlt, doch die Legende beflügelt Besucherfantasien bei jeder Kellerführung.


Bekannteste Legenden der Hohenzollern-Dynastie

Die Hohenzollern-Dynastie ist nicht nur für ihre politische und kulturelle Bedeutung bekannt, sondern auch für eine Reihe faszinierender Mythen und Sagen.


Weiße Frau Eine geisterhafte Erscheinung in weißem Gewand, die in vielen Hohenzollern-Schlössern und Burganlagen – etwa auf der Plassenburg, Burg Abenberg, in Bayreuth, Ansbach und im Berliner Stadtschloss – auftaucht und oft kurz vor Todesfällen im Herrscherhaus gesichtet wird.


Die Goldmacher von Stolzenfels Eine Sage um Gier und Alchemie: Ein zwielichtiger „Goldmacher“ soll auf Schloss Stolzenfels bei Koblenz versucht haben, echtes Gold herzustellen. Statt eines Schatzes brachte sein Tun nur Unheil und den Sturz einer edlen Jungfrau mit sich.


Die Glocken von Roßtal Zwei prachtvolle Glocken der Laurentiuskirche im markgräflichen Roßtal sollen von der Sehnsucht der Nürnberger nach kirchlicher Autonomie künden. Der Legende nach rissen sie bei einem Probe­geläut so mächtig, dass man sie für unüberbietbar hielt und sie fortan als „Glocken von Roßtal“ verehrte.


Sage vom Klosterbeck Im Kloster Langenzenn (Ansbach) spukt angeblich der „Klosterbeck“, ein Dieb, dessen verdammte Seele jede Nacht durch die Gänge des ehemaligen Klosters geistert und bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist.


Verfluchter Schatz in der Stammburg Tief in den Gemäuern der Burg Hohenzollern soll ein verfluchter Schatz verborgen sein, den nur derjenige findet, der das uralte Rätsel löst. Seit Jahrhunderten sucht man vergeblich nach den Juwelen, während manch einem Unglück und Krankheit nachgesagt wird, weil er zu nahe kam


Archäologische Entdeckungen in den Burggewölben der Burg Hohenzollern

Aus geophysikalischen Untersuchungen und Grabungs­schnitten in den Randbereichen der Burggewölbe lassen sich Fragmente römischer Ziegel und Keramik nachweisen. Sie stammen vermutlich von einem Kultort auf dem „mons solarius“, der bereits bis ins 3. Jahrhundert als Sonnenheiligtum genutzt wurde


Fundamente der ersten Burg

Beim Einbau der untersten Gewölbebögen im 19. Jahrhundert stieß man auf Mauerreste der ersten Anlage aus dem 11. Jahrhundert. Archäologen identifizierten grob behauene Sandsteinquader und Holzpfostenlöcher, die Aufschluss über die ursprüngliche Gründungsarchitektur geben – noch bevor Friedrich August Stüler das heutige Gewölbe errichten ließ


Mittelalterliche Alltagsfunde

In den Hohlräumen zwischen Gewölbekappen fanden sich:

Fragmente von Gebrauchskeramik (13.–15. Jh.)

Tierknochenreste, die auf Vorratswirtschaft und Schlachtabfälle der Burgbesatzung hinweisen

Eisenwerkzeuge wie einfache Nägel, Hufeisenreste und kleine Messer

Münzfragmente, teils spätmittelalterliche Pfennige, teils Notmünzen aus der Zeit der Belagerung 1423


Reste der zweiten Burg

Unter den Gewölben verlaufen noch Steinmauern und Reste von Bastionswällen, die zur Verstärkung im Dreißigjährigen Krieg errichtet wurden. Ihre veränderten Mörtelschichten und unregelmäßigen Quader dokumentieren die mehrfachen Umbauten und Reparaturen bis zum völligen Verfall im 18. Jahrhundert


Regionale Sammlungsfunde

Nicht direkt aus den Gewölben, aber aus archäologischen Arbeiten an der Burg und im näheren Umfeld stammen bedeutende Metallfunde:

Metallzeitliche Schmuckstücke

Provinzial­römische Silberscheiben von Hettingen

Kleine Bronzeobjekte und fibeln, die heute im Landesmuseum Württemberg ausgestellt sind

Schloss Favorite Rastatt

Schloss Favorite Rastattist ein barockes Juwel mit einer faszinierenden Geschichte und einzigartiger Ausstattung.

Es hebt sich deutlich von anderen Schlössern in Baden-Württemberg ab – durch seine Funktion, Ausstattung und Erhaltung.

Schloss Favorite Rastattist ein echtes Schatzkästchen – nicht nur wegen seiner Porzellansammlung, sondern auch wegen seiner Architektur, Geschichte und Atmosphäre Erbaut wurde das Schloss ab 1710von Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, Witwe des berühmten Feldherrn Ludwig Wilhelm („Türkenlouis“) von Baden-Baden. Schloss Favorite war kein Regierungssitz, sondern ein Lustschloss– ein Ort für Feste, Jagd und Repräsentation. Nach dem Tod von Sibyllas Sohn Ludwig Georgund dessen Bruder August Georg(ohne männliche Erben) fiel die Linie Baden-Baden 1771 an Baden-Durlach.


Übergang zur Linie Baden-Durlach: Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlachübernahm die Rastatter Schlösser und ließ den Garten von Schloss Favorite zwischen 1788 und 1806neu gestalten. Damit wurde Schloss Favorite Teil der vereinigten Markgrafschaft Baden, die später zum Großherzogtum Badenwurde.


Napoleonische Verbindung: Stéphanie de Beauharnais, Adoptivtochter Napoleons und Ehefrau von Großherzog Karl, hielt sich häufig im Schloss Favorite auf – obwohl es damals schon als „altmodisch“ galt.


Symbol für barocke Pracht & badische Identität

Schloss Favorite ist ein architektonisches Zeugnis der absolutistischen Selbstdarstellungund des Kunstsinns der badischen Fürsten. Es zeigt die Verbindung Badens zu europäischen Kunstströmungen, etwa der Chinoiserie und dem Sammeln von Porzellan


Historischer Hintergrund

Erbaut ab 1710im Auftrag der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, Witwe des „Türkenlouis“.

Architekt war Michael Ludwig Rohrer, der auch am Schloss Rastatt arbeitete.

Diente als Lust- und Jagdschlosssowie Ort für Maskeraden, Studien und Kindererziehung.


Architektur & Ausstattung

Das Schloss ist dreigeschossigmit zwei Seitenflügeln, die einen Ehrenhof umschließen.

Besonders beeindruckend: die Sala terrena, ein Gartensaal, der sich über alle Stockwerke erstreckt und von einem Kuppelturm gekrönt wird.

Das Florentiner Kabinettmit 758 Bildtafeln aus Halbedelsteinen ist europaweit einzigartig.

Die Innenräume sind mit Stuckmarmor, Fayencefliesen, Stickereien und edlen Möbelnausgestattet.


Porzellanschloss

Schloss Favorite gilt als Deutschlands ältestes und einzig erhaltenes Porzellanschloss.

Die Sammlung umfasst chinesisches Porzellan, schwarze Lackarbeiten und „Schwartz Porcelain“.

Die Exponate sind in ihrer ursprünglichen Umgebungausgestellt – nicht wie in einem modernen Museum.


Garten & Umgebung

Ursprünglich ein barocker Garten mit Wasserspielen, Orangerien und Alleen, später in einen englischen Landschaftsgartenumgestaltet.

Enthält eine Eremitage mit Magdalenenkapelle, Rückzugsort der Markgräfin.


Nutzung & Veranstaltungen

Heute ein Museum und Veranstaltungsort, verwaltet von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg.

Schauplatz für Konzerte wie die „Festlichen Serenaden“ des Quantz-Collegiums seit 1957.

Drehort für den ARD-Märchenfilm „Der Froschkönig“ im Jahr 2008


Ein Besuch im Schloss Favorite Rastattist wie eine Zeitreise ins barocke Leben der Markgräfin Sibylla Augusta. Damit du das Beste aus deinem Ausflug herausholst, hier ein paar Tipps:


Eintritt & Führungen

  • Standardführungenfinden dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen mehrmals täglichstatt.

  • Es gibt auch Sonderführungen, z. B. „Ein Schloss in blau-weiß“ oder „Sauer macht lustig“ – ideal für Wiederholungstäter.

  • Tickets am besten vorab online reservieren, besonders an Wochenenden.


Öffnungszeiten

Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Montags ist das Schloss geschlossen.


Schlosspark erleben

Der 12 Hektar große Landschaftsgartenlädt zum Spazieren, Picknicken und Fotografierenein.

Besonders schön: der Schwanenweiherund die Eremitage mit Magdalenenkapelle.


Highlights im Schloss

Das Florentiner Kabinettmit Halbedelsteinbildern.

Die Sala terrenamit Delfter Fayencefliesen.

Das Spiegelkabinett– ein Raum voller Illusion und Glanz.


Praktisches & Umgebung

Museumsshopmit Souvenirs und Porzellanrepliken.

Kostenlose Parkplätzedirekt am Schloss.

Gut erreichbar mit dem Auto über die A5 oder mit ÖPNV via Bahnhof Kuppenheim und Buslinie 241.


Eintritt & Führungen

Standardführungenfinden dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen mehrmals täglichstatt.

Es gibt auch Sonderführungen, z. B. „Ein Schloss in blau-weiß“ oder „Sauer macht lustig“ – ideal für Wiederholungstäter.

Tickets am besten vorab online reservieren, besonders an Wochenenden.


Öffnungszeiten

Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Montags ist das Schloss geschlossen.


Schlosspark erleben

Der 12 Hektar große Landschaftsgartenlädt zum Spazieren, Picknicken und Fotografierenein.

Besonders schön: der Schwanenweiherund die Eremitage mit Magdalenenkapelle.


Highlights im Schloss

Das Florentiner Kabinettmit Halbedelsteinbildern.

Die Sala terrenamit Delfter Fayencefliesen.

Das Spiegelkabinett– ein Raum voller Illusion und Glanz.


Praktisches & Umgebung

Museumsshopmit Souvenirs und Porzellanrepliken.

Kostenlose Parkplätzedirekt am Schloss.

Gut erreichbar mit dem Auto über die A5 oder mit ÖPNV via Bahnhof Kuppenheim und Buslinie 241.


Veranstaltungen

Von Mai bis Oktober: Festliche Serenadenmit Musik aus Barock und Klassik in historischen Kostümen.

Aktuell wird der 350. Geburtstag der Markgräfin Sibylla Augustagefeiert – mit besonderen Events


YBurg

Die Yburg ist eine beeindruckende Burgruine am westlichen Rand des Schwarzwalds nahe Baden-Baden. Sie thront auf dem 520 Meter hohen Yberg und bietet einen fantastischen Rundumblick auf die Rheinebene und den Schwarzwald. Die Burg wurde vermutlich um 1200 erbaut und war Teil eines Verteidigungssystems der Markgrafschaft Baden. 


Eine Ringmauer begrenzt das ellipsenförmige Areal auf dem Yberg. Die Burg besteht aus zwei Teilen: der Westburg mit dem Bergfried – dem um 1200 entstandenen Turm – und der Ostburg. Sie kam vermutlich im 13. oder 14. Jahrhundert hinzu.



Die Burg hatte eine besondere strategische Bedeutung: Sie diente dazu, die südwestliche Grenze der Markgrafschaft Baden-Baden zu sichern. Bewohnt und verwaltet wurde die Burg bis 1369 von so genannten Ministerialen aus der Familie Röder von Rodeck: Sie waren Beamte, die im Dienst der Markgrafen von Baden standen. Später haben Vögte aus verschiedenen Geschlechtern auf der Burg gewohnt.

Die erste schriftliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1245, als sie im Besitz der Markgrafen von Baden war. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Yburg mehrfach den Besitzer und wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Besonders einschneidend war die Zerstörung im Bauernkrieg 1525 und später im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689, als französische Truppen die Burg in Schutt und Asche legten Heute ist die Yburg ein beliebtes Ausflugsziel, besonders wegen ihrer malerischen Lage über den Weinbergen. Nach längeren Umbauarbeiten öffnet sie am 18. April 2025 wieder für Besucher.



Yburg Burgruine 1, 76534 Baden-Baden


Entfernung: 181KM

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