Ehrenamt im Jestetter Zipfel 

Helden des Alltags

Ehrenamt im Jestetter Zipfel – Warum freiwilliges Engagement hier mehr bedeutet als anderswo

Der Jestetter Zipfel ist ein geografisches Unikat: Dir drei Gemeinden, die sich wie ein eigener kleiner Mikrokosmos anfühlen. Wer hier lebt, kennt die Nähe – zu den Menschen, zu den Geschichten, zu den Herausforderungen. Und genau deshalb hat das Ehrenamt im Zipfel eine Bedeutung, die weit über das hinausgeht, was man aus größeren Städten kennt.

Hier ist freiwilliges Engagement nicht nur ein Zusatz. Es ist das soziale Fundament dieser Region.


Ein Ort, der auf Freiwillige baut

Die besondere Lage des Zipfels prägt das Leben – und das Ehrenamt:

  • Vereine sind nicht bloß Freizeitangebote, sondern Treffpunkte, Identitätsstifter und soziale Knotenpunkte.

  • Rettungsdienste und Feuerwehren sind oft die erste und einzige Anlaufstelle, wenn etwas passiert.

  • Kultur, Jugendangebote und Nachbarschaftshilfe existieren nur, weil Menschen sich freiwillig einbringen.

Hier gilt: Wenn etwas passiert, passiert es durch Menschen aus der Region. Keine anonymen Strukturen, keine großen Institutionen im Hintergrund – sondern Menschen, die sagen: „Ich packe mit an.“


Nähe erzeugt Verantwortung

Man kennt sich. Man begegnet sich beim Bäcker, im Verein, auf dem Schulweg. Wenn jemand Hilfe braucht, ist es nicht „irgendwer“ – es ist ein Gesicht, ein Name, eine Geschichte.


Die geografische Lage macht Engagement unverzichtbar

Die Region ist klein, aber die Aufgaben sind groß:

  • Jugendbetreuung

  • Seniorenhilfe

  • Sportvereine

  • Feuerwehr

  • DRK

  • Natur- und Landschaftspflege

  • Kulturveranstaltungen

  • Integration und soziale Begleitung

Ohne Ehrenamt wäre vieles schlicht nicht möglich.


Ehrenamt schafft Zusammenhalt

Der Zipfel ist eng verwoben – fast wie ein Dorf im besten Sinne. Das Ehrenamt ist der Kitt, der diese Gemeinschaft zusammenhält.


Die stillen Stützen des Zipfels

Viele Ehrenamtliche arbeiten im Hintergrund. Sie organisieren Feste, trainieren Jugendmannschaften, besuchen ältere Menschen, pflegen Streuobstwiesen, begleiten Geflüchtete, retten Leben, löschen Brände, schaffen Kultur.

Sie tun es nicht für Applaus. Sie tun es, weil sie wissen: Wenn wir es nicht machen, macht es niemand.

Genau das macht sie zu den stillen Stützen des Zipfels.


Warum wir darüber sprechen müssen

Ehrenamtliche sind oft bescheiden. Sie sagen Dinge wie:

„Ach, das ist doch nichts Besonderes.“ „Das machen wir schon immer so.“ „Ich helfe halt gern.“

Doch es istetwas Besonderes. Es ist die Grundlage dafür, dass diese Region funktioniert.

In Zeiten, in denen gesellschaftliche Strukturen vielerorts bröckeln, zeigt der Jestetter Zipfel etwas Beeindruckendes: Gemeinschaft ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine Entscheidung.


Ein Blick nach vorn

Die Herausforderungen wachsen:

  • Vereine suchen Nachwuchs

  • Rettungsdienste brauchen Verstärkung

  • Soziale Aufgaben werden komplexer

  • Zeit wird knapper

  • Engagement muss neu gedacht werden

Umso wichtiger ist es, die Menschen sichtbar zu machen, die sich engagieren – ihre Geschichten zu erzählen, ihre Motivation zu zeigen, ihre Bedeutung hervorzuheben.

Denn Ehrenamt ist nicht nur ein Dienst an der Gemeinschaft. Es ist ein Spiegel dessen, was eine Region ausmacht.


Ehrenamt ist das Herz des Jestetter Zipfels

In einer Region, die geografisch besonders ist, braucht es Menschen, die besonders sind. Menschen, die handeln statt warten. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die den Zipfel zu dem machen, was er ist: Eine starke, lebendige, menschliche Region.

Diese Serie wird genau diese Menschen sichtbar machen – ihre Geschichten erzählen, ihre Bedeutung würdigen und zeigen, dass Ehrenamt im Jestetter Zipfel nicht nur wichtig ist, sondern unverzichtbar.


Nach und nach wollen wir euch einige unsere Ehrenamlichen im Jestetter Zipfel hier vorstellen






„Mehr als ein Ehrenamt: Bettina Hauser bewegt Menschen“

Foto: Oliver Irmer

Bettina Hauser gehört zu den Menschen, die nicht lange überlegen müssen, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird. Ihr Engagement im Helferkreis Jestetten ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines Lebens, das von Gemeinschaftssinn, Offenheit und gelebter Solidarität geprägt ist. Seit ihrer Kindheit in der KJG, über Ferienlagerküchen bis hin zur ersten großen Flüchtlingswelle vor rund zehn Jahren – Bettina ist in das Ehrenamt hineingewachsen.


Als damals Familien aus Syrien im Landkreis ankamen, war für sie sofort klar, dass sie sich einbringen würde. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Überzeugung. Heute ist sie eine der prägenden Stimmen des Helferkreises – eine Frau, die zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und anderen eine Perspektive geben.


Wie alles begann: Bettina Hauser ist ins Ehrenamt hineingewachsen
Für Bettina Hauser war der Weg ins Ehrenamt kein später Entschluss – sondern ein natürlicher Teil ihres Aufwachsens. Schon als Kind war sie in der Jugendarbeit der KJG aktiv, verbrachte Ferienlagerwochen im Zelt und stand dort früh selbst am Herd. „Ich bin praktisch seit meiner Kindheit in diese ehrenamtlichen Tätigkeiten hineingewachsen“, sagt sie.


Als vor rund zehn Jahren die erste große Flüchtlingswelle aus Syrien den Landkreis erreichte, war für sie sofort klar, dass sie sich engagieren würde. Dieser Moment war für Bettina kein Zufall, sondern eine konsequente Fortsetzung dessen, was sie seit ihrer Jugend begleitet: Menschen unterstützen, Gemeinschaft stärken, Verantwortung übernehmen.


Welche Werte Bettina leiten: Hilfsbereitschaft und die Fähigkeit, Kritik anzunehmen
Im Gespräch wird schnell deutlich, welche persönlichen Werte Bettina Hauser in ihrem Ehrenamt tragen. An erster Stelle steht für sie eine echte, gelebte Hilfsbereitschaft – die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen, zuzuhören und dort anzupacken, wo Unterstützung gebraucht wird. Doch mindestens genauso wichtig ist für sie ein anderer Punkt: Kritikfähigkeit.
„Gerade in diesem Bereich muss man kritikfähig sein“, sagt sie. Positive wie negative Rückmeldungen helfen ihr, Situationen besser zu verstehen und Menschen in ihrer Vielfalt wahrzunehmen. Für Bettina ist Kritik kein Hindernis, sondern ein Werkzeug: Sie zeigt, wo Prozesse verbessert werden können und wo Missverständnisse entstehen – und sie öffnet den Blick dafür, wie unterschiedlich Lebenswege und Bedürfnisse sein können.
Diese Haltung prägt ihre Arbeit im Helferkreis Jestetten bis heute: offen, reflektiert, lernbereit und immer mit dem Ziel, Menschen ein Stück Sicherheit und Orientierung zu geben.


Wie sich ihre Arbeit verändert hat – und was gleich geblieben ist
Auch nach einem Jahrzehnt im Helferkreis hat sich für Bettina Hauser an den grundlegenden Strukturen ihrer Arbeit kaum etwas verändert. Der Helferkreis ist bis heute kein Verein, sondern eine private Initiative – bewusst niedrigschwellig, flexibel und unabhängig. Bürokratische Hürden haben sich für die Ehrenamtlichen dadurch nicht erhöht, und auch die Finanzierung folgt weiterhin demselben Prinzip wie am ersten Tag: Die gesamte Unterstützung für Geflüchtete wird ausschließlich durch Spendengelder getragen.
Für Bettina bedeutet diese Kontinuität vor allem eines: Verlässlichkeit. Die Hilfe kommt direkt dort an, wo sie gebraucht wird, ohne lange Wege, ohne Verwaltungsaufwand. Und genau diese Unabhängigkeit erlaubt es dem Helferkreis, schnell zu reagieren, wenn neue Menschen in der Gemeinde ankommen und Unterstützung benötigen.


Eine Begegnung, die sie nie vergessen wird
Manche Erlebnisse aus ihrer Arbeit im Helferkreis trägt Bettina Hauser bis heute mit sich – besonders jene, die zeigen, wie komplex und zugleich verletzlich Lebenswege von Geflüchteten sein können. Eine Geschichte berührt sie noch immer tief: Eine Familie mit neun Kindern nahm damals ein weiteres Mädchen bei sich auf, dessen Mutter verstorben war. Drei Jahre lang lebte das Kind dort, wurde Teil der Familie, Schwester, Tochter.
Doch dann entschied der Vater, der inzwischen wieder Kontakt aufgenommen hatte, seine Tochter zurückzuholen – weil er nicht wollte, dass sie in Deutschland aufwächst. Für Bettina war das ein trauriger Moment, der ihr eindrücklich vor Augen führte, wie wenig planbar und wie schmerzhaft manche Entscheidungen im Kontext von Flucht und Herkunft sein können.


Diese Begegnung hat sie geprägt: Sie zeigt, wie wichtig Stabilität, Nähe und menschliche Wärme sind – und wie sehr Ehrenamtliche oft zwischen Hoffnung und Abschied stehen.


Zwischen Anerkennung und Unverständnis: Wie Bettina die Rückmeldungen auf ihr Engagement erlebt
Wenn Bettina Hauser über die Anerkennung spricht, die sie für ihr Engagement erhält, beschreibt sie ein zwiespältiges Bild. Von den Menschen, die sie unterstützt, kommt viel Dankbarkeit – oft unmittelbar, ehrlich und berührend. Auch viele Bürgerinnen und Bürger, die von ihrer Arbeit erfahren, äußern Wertschätzung und Respekt für das, was sie leistet.


Gleichzeitig begegnet ihr aber auch Unverständnis. Manche können schwer nachvollziehen, warum sie sich völlig unentgeltlich und mit so viel Zeit und Energie für Geflüchtete einsetzt. Für Bettina ist das kein Hindernis, sondern eher ein Spiegel der gesellschaftlichen Vielfalt: „Die Flüchtlinge selbst schätzen die Hilfe natürlich sehr, aber es gibt auch Menschen, die nicht verstehen, warum ich das alles ehrenamtlich mache.“

Besonders positiv nimmt sie wahr, dass Jestettens Bürgermeister Dominic Böhler immer wieder bei Besprechungen oder Veranstaltungen des Helferkreises präsent ist. Für Bettina ist diese Nähe der Gemeinde ein wichtiges Zeichen – ein stilles, aber deutliches Signal, dass ihre Arbeit gesehen und unterstützt wird.


Wenn Bettina Hauser darüber spricht, was Ehrenamtliche wie sie wirklich brauchen, überrascht ihre Antwort: Mehr Geld steht für sie nicht an erster Stelle. Viel entscheidender wäre aus ihrer Sicht, dass die Politik sich die Realität vor Ort genauer anschaut. „Gerade in meinem Bereich wäre es wichtig, dass die Politik wirklich einmal vorbeikommt und sich die Details anschaut“, sagt sie.

Für Bettina geht es um Nähe, Verständnis und echte Einblicke in die Arbeit mit Geflüchteten – nicht um zusätzliche Fördertöpfe. Wer die Herausforderungen und Abläufe aus erster Hand erlebt, gewinnt neue Erkenntnisse, die später in Entscheidungen und Strukturen einfließen können.


Was sie trotz aller Schwierigkeiten weitermachen lässt
Auf die Frage, was sie motiviert, trotz aller Herausforderungen weiterzumachen, muss Bettina Hauser nicht lange überlegen. Für sie ergibt sich die Antwort direkt aus den Momenten, die sie erlebt. Einer davon hat sich tief in ihr Gedächtnis eingebrannt: Ein Flüchtlingskind, das kaum Spielsachen kannte und nie erlebt hatte, was für viele hier selbstverständlich ist, betrat zum ersten Mal ein Spielzimmer.


Als das Mädchen die bunten Regale sah, die Bausteine, Puppen und Bücher, leuchteten seine Augen – „wie an Weihnachten und Ostern zusammen“, sagt Bettina. Dieser Ausdruck purer Freude, dieses Staunen, das aus einem sicheren, geschützten Moment entsteht, ist für sie Motivation genug.

Es sind genau diese Augenblicke, die ihr zeigen, warum ihr Einsatz wichtig ist. Sie machen all die Mühe, die Bürokratie, die schwierigen Gespräche und die emotionalen Belastungen nicht nur erträglich, sondern sinnvoll.


Warum Ehrenamt für junge Menschen wichtig ist
Wenn Bettina Hauser jungen Menschen erklären soll, warum Ehrenamt eine Bedeutung hat, spricht sie nicht zuerst über die Menschen, denen geholfen wird – sondern über die persönliche Entwicklung, die daraus entsteht. Für sie liegt der Wert des Engagements darin, dass man über sich selbst hinauswächst, neue Perspektiven gewinnt und Erfahrungen sammelt, die man nirgendwo sonst machen würde.

„Es geht nicht nur darum, den Leuten zu helfen“, sagt sie. „Sondern auch um die eigene persönliche Entwicklung.“ Die vielen schönen Momente, die sie im Helferkreis erlebt, überwiegen für sie alle Anstrengungen und Schwierigkeiten bei Weitem.

Gerade diese positiven Erfahrungen – das Leuchten in Kinderaugen, das Vertrauen, das entsteht, die Begegnungen, die bleiben – sind für Bettina der beste Grund, jungen Menschen das Ehrenamt ans Herz zu legen.


Warum Bettinas Engagement weit über den Helferkreis hinaus wirkt
Am Ende des Gesprächs wird klar, dass Bettina Hausers Engagement weit mehr ist als praktische Hilfe – es ist eine Haltung. Eine Überzeugung, die sie seit ihrer Kindheit begleitet und die sie durch alle Höhen und Tiefen trägt. Für sie bedeutet Ehrenamt nicht nur, anderen Menschen eine Stütze zu sein, sondern auch selbst zu wachsen, zu lernen und Momente zu erleben, die man nie vergisst.


Ihre Geschichten zeigen, wie viel Kraft in kleinen Gesten steckt: ein leuchtendes Kinderauge, ein dankbares Lächeln, ein Gespräch, das Brücken baut. Bettina steht stellvertretend für viele Ehrenamtliche im Jestetter Zipfel, die mit Zeit, Herz und Ausdauer dafür sorgen, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht allein sind.


Ihr Engagement ist ein stilles, aber starkes Zeichen dafür, wie Gemeinschaft entsteht – nicht durch große Worte, sondern durch Menschen wie sie, die einfach da sind, wenn sie gebraucht werden.

Das Gespräch führte Oliver Irmer mit Bettina Hauser 12.08.2026

Der Helferkreis Jestetten lebt vom Engagement – und von Menschen wie Bettina Hauser. Damit ihre Arbeit weiter wirken kann, braucht der Helferkreis Unterstützung: Jede Spende hilft, Begegnungen zu ermöglichen, Projekte zu finanzieren und Menschen im Jestetter Zipfel konkret zu begleiten. Wer etwas geben kann, stärkt direkt das Ehrenamt vor Ort. Für eine Spende nehmen Sie Kontakt mit Bettina Hauser auf. Kontakt siehe Button

Weitere Infos zum Helferkreis Jestetten

Wenn Ehrenamt Wellen schlägt: Tobias Sigg im Dienst für das Freibad Jestetten

Foto: Oliver Irmer

Im Jestetter Zipfel gibt es Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit unsere Region lebendig bleibt. Einer davon ist Tobias Sigg der sich als Rettungschwimmer im Freibad Jestetten engagiert. Im Gespräch erzählt er heute, was sie antreibt – und warum Ehrenamt heute wichtiger ist denn je.


Dienstagmorgens im Freibad: Wenn Ehrenamt Leben schützt
Wenn die meisten Menschen noch ihren ersten Kaffee trinken, steht Tobias Sigg bereits am Beckenrand des Freibad in Jestetten. Jeden Dienstagmorgen übernimmt er dort den Dienst als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer – eine Aufgabe, die man oft erst bemerkt, wenn sie gebraucht wird.


Der morgentliche Ablauf umfasst nicht nur für die Sichereit der Menschen sorge zu tragen, sondern umfasst das morgentliche aufschliessen des Freibads, und einen Rundgang um alle wichtgen Dinge auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen. Für ihn ist es ein selbstverständlicher Beitrag an die Gemeinschaft.


Ich möchte die Zeit die neben dem Beruf und anderen Tätigkeiten sinnvoll nutzen “, erzählt er im Gespräch. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt, dass die Leute sich sicher fühlen“, sagt er. Das Ehrenamt gibt Struktur, Kontakt zu Menschen und das Gefühl, etwas Wertvolles beizutragen.


Besonders freut mich, wenn Gäste sich bedanken oder ein kurzer Austausch entsteht und ich sehr viel positives Feedback erhalte. Die Idee, sich im Freibad zu engagieren kam aus einer Anzeige der Gmeinde und dem Hinweis meiner Frau: Hey, das ist dich etwas für Dich!


Besonders lebendig erinnert sich Tobias Suigg an die Zeltnacht im Freibad Jestetten 2026. Für ihn war es ein Abend, der alles hatte: warmes Licht über dem Wasser, leises Stimmengewirr, Kinderlachen, Musikfetzen, die zwischen den Zelten schwebten. „Diese Abendstimmung sucht ihresgleichen“, sagt er. Während die Sonne hinter den Bäumen versank und das Bad in ein goldenes Schimmern tauchte, wurde ihm einmal mehr bewusst, warum er sich engagiert – weil solche Momente zeigen, wie viel Gemeinschaft in einem Ort stecken kann.

Warum Ehrenamt die Gemeinschaft stärkt
Auf die Frage, warum Ehrenamt für eine Gemeinschaft so wichtig ist, muss Tobias Sigg nicht lange überlegen. „Es geht darum, aktiv zu sein, etwas mitzugestalten und einen Beitrag zu leisten“, sagt er. Für ihn bedeutet Engagement, nicht nur zuzuschauen, sondern Teil dessen zu werden, was einen Ort lebendig macht. Wer sich einbringt, schafft Atmosphäre, Sicherheit und Zusammenhalt – genau das, was ein Freibad wie das in Jestetten ausmacht. Das Freibad Jestetten ist ein Treffpunkt für die ganze Region. Damit es sicher bleibt, braucht es Menschen wie ihn – engagiert, zuverlässig, bereit, Verantwortung zu übernehmen.


Wertschätzung, die man spürt
Ob das Ehrenamt in der öffentlichen Wahrnehmung genug geschätzt wird? Für Tobias Sigg ist die Antwort eindeutig. „Ich bin hier in Jestetten geboren, kenne viele Menschen und bin dadurch gut vernetzt. Ich erfahre viel Wertschätzung durch meine Tätigkeit im Freibad.“
Diese Anerkennung kommt nicht nur von Bekannten oder Stammgästen, sondern auch von Besucherinnen und Besuchern des angeschlossenen Campingplatzes. Viele nehmen sich einen Moment, um Danke zu sagen – kleine Gesten, die für Tobias zeigen, wie wichtig sein Einsatz für die Gemeinschaft ist.


Neue Fähigkeiten – oder alte, die wieder auffrischen
Auf die Frage, ob er durch seine ehrenamtliche Tätigkeit neue Fähigkeiten gelernt hat, schmunzelt Tobias Sigg. „Neu hinzu nicht“, sagt er, „aber dadurch, dass es im Bad und auf dem Campingplatz internationale Gäste gibt, frischen sich meine Englischkenntnisse wieder auf.“ Der Kontakt zu Menschen aus verschiedenen Ländern bringt kleine Gespräche, spontane Begegnungen und manchmal sogar lustige Missverständnisse mit sich – ein angenehmer Nebeneffekt seines Dienstes, der zeigt, wie vielfältig Ehrenamt sein kann.


Das Ehrenamt von Tobias Sigg zeigt eindrucksvoll, wie viel Kraft in persönlichem Engagement steckt. Sein regelmäßiger Dienst als Rettungsschwimmer macht das Freibad Jestetten nicht nur sicherer, sondern auch menschlicher. Ob besondere Momente wie die unvergessliche Zeltnacht 2026, die Wertschätzung der Gäste oder die Begegnungen mit internationalen Besucherinnen und Besuchern – all das bestätigt ihm, dass sein Einsatz Wirkung hat. Tobias steht stellvertretend für Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten. Sein Engagement erinnert daran, wie wichtig Ehrenamt für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft bleibt und wie sehr es unseren Alltag bereichert.

Das Gespräch führte Oliver Irmer mit Tobias Sigg

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